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27.04.2012

WestImmo: Ergebnis 2011 durch Sondereffekte belastet

  • Zinsüberschuss auf hohem Niveau stabilisiert, Risikovorsorge gesunken
  • Sonderbelastungen aus Staatsschuldenkrise lassen Ergebnis ins Minus drehen
  • Positives Ergebnis für das Gesamtjahr 2012 erwartet

Mainz, 27. April 2012 – Die Westdeutsche ImmobilienBank AG (WestImmo) hat im Geschäftsjahr 2011 ein Ergebnis erzielt, in dem sich die Sonderbelastungen aus der Staatsschuldenkrise sowie aus dem durch die Europäische Kommission gegenüber der WestLB beauflagten Verkauf der Bank deutlich niedergeschlagen haben. Die Stabilität des Zinsüberschusses und die rückläufige Risikovorsorge belegen jedoch die Substanz und Ertragskraft des Portfolios im Kerngeschäft.

Die WestImmo weist für das Jahr 2011 im Konzern ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von -167,2 Mio € aus. Im Vorjahr wurden 99,2 Mio € erwirtschaftet. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf -156,6 Mio € nach 94,8 Mio € im Jahr 2010. Der Grund für diese deutliche Ergebnisbelastung liegt im Wesentlichen in der Abschreibung auf griechische Staatsanleihen in Höhe von -243,8 Mio €. Hinzu kamen Sondereffekte aus Zahlungen an die Sicherungsfonds des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL) und des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands (RSGV) sowie aus dem laufenden Verkaufsprozess.

Zinsüberschuss und Risikovorsorge belegen gute Substanz des Kerngeschäfts

Der Zinsüberschuss lag trotz des deutlich gesunkenen Neugeschäfts bei  219,5 Mio € (Vj. 238,9 Mio €). Die Kreditrisikovorsorge konnte trotz der schwierigen Situation an einzelnen Immobilienmärkten auf -42,4 Mio € (Vj. -68,1 Mio €) gesenkt werden. Das Handelsergebnis entwickelte sich erfreulich und stieg auch aufgrund von Bewertungseffekten auf 57,8 Mio € (Vj. -5,6 Mio €). Der Verwaltungsaufwand konnte um 4,1 % auf 85,8 Mio € reduziert werden (Vj. 89,5 Mio €). 

„Obwohl unser Ergebnis von außerordentlichen Belastungen aus der Wertminderung auf griechische Staatsanleihen geprägt ist und der Verkaufsprozess der Entwicklung der WestImmo enge Grenzen gesetzt hat, unterstreichen die Zahlen zu unserem Kerngeschäft die Qualität unseres Kreditportfolios. Dies ist ein deutlicher Beleg für unsere erfolgreiche konservative und nachhaltige Geschäftspolitik in den letzten Jahren. Die WestImmo ist in ihrem Kerngeschäft eine solide und gesunde Bank“, kommentierte Claus-Jürgen Cohausz, Vorstandsvorsitzender der WestImmo, den Jahresabschluss. „Dass wir dies trotz der extrem schwierigen Umstände erreicht haben, verdanken wir in erster Linie dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Einsatz und ihre Loyalität sind angesichts der Situation der Bank nicht selbstverständlich und für den Vorstand Grund zu Dank und Anerkennung“, so Cohausz weiter.

Der Provisionsüberschuss verringerte sich durch das deutlich reduzierte Neugeschäftsvolumen auf 3,5 Mio € nach 11,2 Mio € im Vorjahr. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sank auf -36,6 Mio € nach 7,7 Mio € im Vorjahr. Maßgeblich hierfür waren Sondereffekte aus Zahlungen an die Sicherungsfonds des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL) und des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands (RSGV) im Zuge des Ausscheidens der WestImmo aus den Fonds.

Die Ergebnisentwicklung prägte auch die Ertragskennzahlen der Bank. Die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital (RoE) verringerte sich auf -16,8 % (Vj. 10,2 %). Aufgrund des straffen Kosten- und Prozessmanagements der Bank blieb das Verhältnis der Kosten zu Erträgen (Cost-Income-Ratio, CIR) mit 35,1 % im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant (Vj. 34,7 %). Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 23,7 Mrd € und sank damit um 8,4 % (Vj. 25,9 Mrd €). Wesentlich für diese Entwicklung war, dass sich die Forderungen an Kunden aufgrund des geringeren Neugeschäfts der Bank auf 18,0 Mrd € verringerten (Vj. 20,4 Mrd €). Die Kernkapitalquote lag per 31. Dezember 2011 bei 8,9 % (Vj. 8,0 %).

Verkaufsprozess belastet Entwicklung im Neugeschäft

Der von der Europäischen Kommission beauflagte Verkaufsprozess sowie die dadurch erschwerte Refinanzierungssituation der WestImmo wirkten sich in erheblichem Maß auf die Entwicklung des Neugeschäfts aus. Die WestImmo realisierte im abgelaufenen Geschäftsjahr Neugeschäft im Volumen von 855 Mio € (Vj. 3,3 Mrd €), ein Rückgang um 74 %. Deutschland war mit einem Anteil von 32 % der wichtigste Einzelmarkt im gewerblichen Investorengeschäft, 54 % des Neugeschäfts entfielen auf die weiteren europäischen Länder, 9 % auf USA/Kanada und 5 % auf Asien.

Ausblick: Entwicklung an den Gewerbeimmobilienmärkten

Für das Jahr 2012 erwartet die Bank weitere Aufwärtsbewegungen an den meisten Immobilienmärkten. Auch an den deutschen Immobilienmärkten wird sich die Erholung weiter fortsetzen. Dies betrifft insbesondere das Spitzensegment.

Verkaufsprozess läuft bis zum 30. Juni 2012

Am 15. Dezember 2011 beendete die WestLB die Gespräche mit dem Bieter Apollo, mit dem sie seit Juli 2011 exklusiv verhandelt hatte. Die WestLB setzt die Verkaufsbemühungen zur WestImmo gemäß des Beschlusses der Europäischen Kommission bis zum 30. Juni 2012 fort. Sollte ein Verkauf der Bank bis zu diesem Zeitpunkt nicht möglich sein, wird die WestImmo mit Wirkung zum 1. Juli 2012 voraussichtlich auf die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) übertragen.

Unabhängig von einer Übertragung der WestImmo auf die EAA und unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren Belastungen durch die europäische Staatsschuldenkrise kommt, geht die WestImmo davon aus, im Jahr 2012 ein positives Ergebnis zu erwirtschaften. Aufgrund des derzeit noch andauernden Verkaufsprozesses sieht der Vorstand von einer quantitativen Ergebnis- und Neugeschäftsprognose für das laufende Geschäftsjahr ab.

Die WestImmo wird auch nach der Übertragung auf die EAA ihren Pfandbriefdeckungsstock gemäß den Anforderungen von Ratingagenturen und Aufsichtsbehörden aussteuern. Darüber hinaus wird die Bank unverändert ihr Kreditportfolio entweder als Tochtergesellschaft der EAA oder als deren Dienstleister managen.

Der Finanzbericht steht ab dem 30. April 2012 auf der Internetseite der WestImmo (www.westimmo.com) zum Download bereit.

WestImmo: Wesentliche G&V-Kennzahlen

in Mio € 2011 2010 Veränderung in %
Zinsüberschuss 219,5 238,9 -8
Kreditrisikovorsorge -42,4 -68,1 -38
Provisionsüberschuss 3,5 11,2 -69
Handelsergebnis 57,8 -5,6 >-100
Finanzanlageergebnis -283,2 4,6 >-100
Verwaltungsaufwand 85,8 89,5 -4
Saldo sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -36,6 7,7 >-100
Ergebnis vor Steuern -167,2 99,2 >-100
Steuern vom Einkommen und Ertrag/ Latente Steuern -10,6 4,4 >-100
Konzernergebnis -156,6 94,8 >-100
Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Jahresende 420 474 -11

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