Westdeutsche ImmobilienBank: Erstes Quartal 2005 mit deutlichem Ergebnissprung
Jahresabschluss 2004 durch Risikovorsorge belastet
Mainz, 15. Juni 2005 – Die Westdeutsche ImmobilienBank (WIB) ist mit einem guten Ergebnis in das Jahr 2005 gestartet. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung hat sich mit 24,4 Mio € gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal mehr als verdoppelt (Vj. 10,6 Mio €). Die Bilanzsumme stieg auf 22,4 Mrd € (31.12.2004: 21,3 Mrd €). Zu dem guten Start hat vor allem das Zinsergebnis beigetragen. Es lag im ersten Quartal bei 41,5 Mio € (Vj. 26,4 Mio €), eine Steigerung um rd. 57 %. Im Halbjahresergebnis wird sich voraussichtlich dieser positive Trend fortsetzen. Der Provisionsüberschuss inkl. Nettoertrag aus Finanzgeschäften betrug -0,2 Mio € (Vj. 0 Mio €).
Insbesondere das internationale Geschäft entwickelte sich erfreulich. So hat sich das Neugeschäft mit 792 Mio € deutlich verbessert (Vj. 81 Mio €). Der höchste Anteil der Finanzierungen entfiel auf die Länder USA, UK und Frankreich. Auch die nationalen Investoren steigerten ihr Neugeschäft im ersten Quartal um 61 % auf 363 Mio € (Vj. 225 Mio €). Hier wirkte sich auch die intensivierte Zusammenarbeit mit den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen aus. Der Privatkundenbereich, der über Kooperationspartner und über die Internetplattform ImmoBank direkt standardisierte Baufinanzierungen vertreibt, lag mit 167 Mio € annähernd auf dem Vorjahresniveau (Vj. 179 Mio €).
„Der Abschluss des ersten Quartals 2005 zeigt, dass wir mit unserer neuen Positionierung auf einem guten Weg sind. Mit der Steigerung des Ergebnisses und dem Zuwachs im internationalen Geschäft ist die WIB auf den Erfolgskurs zurückgekehrt“, so Dieter Groh, Vorstandsvorsitzender der WIB.
Die WIB hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 ihre Positionierung als Center of Competence für Immobilienfinanzierung im WestLB-Konzern abgeschlossen. Die neue Ausrichtung basiert auf drei Kerngeschäftsfeldern: den Immobilienfinanzierungen im In- und Ausland, dem Geschäft mit den Sparkassen sowie dem Hypothekenpfandbriefgeschäft.
Jahresabschluss 2004 bei gutem Betriebsergebnis durch Risikovorsorge belastet
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004 weist die WIB aufgrund der Belastungen durch eine umfassende Risikovorsorge einen Fehlbetrag in Höhe von -135,7 Mio € (Vj. + 2,7 Mio €) aus. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Ertragssteuern lag demgegenüber mit 49,1 Mio € deutlich über dem Vorjahr (Vj. 16,3 Mio €). Der Zinsüberschuss stieg um 61 % auf 115,5 Mio € (Vj. 71,6 Mio €).
Dagegen hat sich der Provisionsüberschuss inklusive Nettoertrag aus Finanzgeschäften auf 1,1 Mio € (Vj. 3,4 Mio €) vermindert. Dies resultierte im Wesentlichen aus erhöhten Vermittlungsprovisionen für das Kreditvermittlungsgeschäft des Privatkundenbereiches. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen inkl. AfA stiegen auf 79,4 Mio € (Vj. 67,8 Mio €). Ausschlaggebend hierfür waren die Sachaufwendungen, die sich im Wesentlichen durch die Bündelung der Kreditbestände der WestLB AG in der WIB um 14 % auf 29,5 Mio € erhöhten.
Um der angespannten immobilienwirtschaftlichen Situation in Deutschland Rechnung zu tragen, ist die Risikovorsorge auf 103,2 Mio € angehoben worden (Vj. 95,3 Mio €). Das Ergebnis wurde zusätzlich durch die Übernahme von Aufwendungen aus der Westdeutschen ImmobilienHolding in Höhe von 48,6 Mio € belastet. Durch Zuführung von 300 Mio € wurde die Eigenkapitalbasis der WIB weiter gestärkt. Die Kernkapitalquote lag zum Jahresende bei 7,3 %.
„Mit der konsequenten Bilanzbereinigung im Jahr 2004 und der Kapitalerhöhung haben wir die Grundlage für das weitere Wachstum der WIB geschaffen. Wir sind zuversichtlich, dass wir das Jahr 2005 mit einem guten Ergebnis abschließen werden“, so Klaus Neuhaus, Vorstandsmitglied der WIB.
Das Neugeschäftsvolumen lag mit 3,5 Mrd € rd. 26 % unter Vorjahr (Vj. 4,7 Mrd €). Stark ist die WIB nach wie vor auf den internationalen Märkten vertreten. Mit einem Anteil von 45% erreichte das Geschäft mit internationalen Investoren nahezu das Vorjahresniveau. Zielmärkte der WIB sind im Wesentlichen Nordamerika, Großbritannien und Kontinentaleuropa. Die internationalen Engagements zeichnen sich durch eine gute Performance aus. Der Anteil des nationalen Investorengeschäfts lag wie im Vorjahr bei 35 %.
Das Neugeschäft des Privatkundenbereichs verringerte sich auf rd. 700 Mio € (Vj. rd. 800 Mio €). Dies entspricht einem Anteil von 20 % am Gesamtgeschäft. Speziell im Privatkundenbereich macht sich der hohe Wettbewerbs- und Konditionendruck vor allem durch die starke Expansion der Direktbanken bemerkbar. Stärker als bisher werden die bereits bestehenden, erfolgreichen Kooperationen mit Sparkassen ausgebaut, um in diesem Segment zusammen mit den Sparkassen Marktanteile zurückzugewinnen.
Fokussierung auf das Kerngeschäft
Die WIB konsolidierte die Beteiligungsgesellschaften auch 2004 weiter. Die Immobiliendienstleistungsangebote wurden in der Assetis GmbH gebündelt. In 2005 hat Bilfinger Berger 70 % der Anteile an der zukünftig unter dem Namen „EPM Assetis“ firmierenden Gesellschaft übernommen. 30 % verbleiben bei der WIB.
Die WIB hat sich mit Blick auf die veränderten Refinanzierungsbedingungen nach dem Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung in 2005 durch eine Verbreiterung der Refinanzierungsbasis gut positioniert und neue Investorenkreise erschlossen. Der erste fünfjährige Hypotheken-Jumbopfandbrief wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 1 Mrd € platziert und aufgrund der hohen Nachfrage am 01. Juni 2005 um 250 Mio € auf 1,25 Mrd € aufgestockt.
Zum 01. Oktober 2005 wird Hubert Beckmann den Vorstandsvorsitz der WIB übernehmen. Hubert Beckmann ist seit 1998 Vorstandsmitglied der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Davor war er von 1996 bis 1998 Vorstandsmitglied der Westdeutschen Landesbank (Ireland) plc. Von 1988 bis 1996 war er in verschiedenen Positionen im Investment Banking der WestLB tätig. Mit Hubert Beckmann wird vor allem die Zusammenarbeit mit den Sparkassen im Verbund mit der WestLB AG intensiviert.
Die WIB ist am 01. Juni 1995 als Tochter von drei Landesbanken gegründet worden und feiert dieses Jahr ihr 10-jähriges Bestehen. Im Jahr 2003 sind die Anteile komplett von der WestLB AG übernommen worden.
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