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01.12.2010

WestLB Kernbank erzielt 255 Mio € Vorsteuergewinn

  • Positive Entwicklung im operativen Kundengeschäft
  • Kosten um 10% gesenkt
  • Kernkapitalquote steigt auf 10,7%
  • Konzernergebnis wegen Übertragungseffekten bei -33 Mio € vor Steuern

Die WestLB Kernbank erzielte in den ersten neun Monaten 2010 einen Vorsteuergewinn in Höhe von 255 Mio € (i.V. 279 Mio €). Der konsequente Restrukturierungskurs trug auch im dritten Quartal Früchte: So senkte die Bank kräftig ihre Kosten, reduzierte weiter ihre Bilanzsumme und stärkte nachhaltig ihre Kapitalquote. Dietrich Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der WestLB, sagte: „Das Geschäft der Kernbank ist deutlich positiv, die frühzeitig eingeleitete Restrukturierung greift. Das Ergebniswachstum im Firmenkundengeschäft belegt, dass die WestLB von ihren Kunden als leistungsstarker und verlässlicher Partner geschätzt wird. Die Bank ist klar auf das Kundengeschäft ausgerichtet, hat ihre Kernkapitalquote weiter gestärkt und weist ein deutlich verbessertes Risikoprofil auf. Das wird sich bei den anstehenden Herausforderungen auszahlen.“

Der WestLB Konzern wies in den ersten neun Monaten ein Vorsteuerergebnis in Höhe von -33 Mio € (i.V. 262 Mio €) aus. Der Zinsüberschuss belief sich auf 1.088 Mio € und legte im Geschäft mit Firmenkunden und Projektfinanzierungen zu. Das Zinsergebnis in der Vergleichsperiode (1.347 Mio €) enthält für volle neun Monate Zinsmargen aus Portfolios, die am 30. April rückwirkend zum 1. Januar in die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) übertragen wurden. Die Kreditrisikovorsorge lag in den ersten neun Monaten 2010 bei 183 Mio € (i.V. 582 Mio €). Damit trug die Bank allen erkennbaren Kreditrisiken angemessen Rechnung. Der Provisionsüberschuss betrug im Konzern 175 Mio € (i.V. 204 Mio €). Dabei belasteten Vertriebsprovisionen aus dem weiterhin sehr guten Zertifikategeschäft mit Sparkassen das Provisionsergebnis mit insgesamt 64 Mio €, während die damit verbundenen höheren Erträge im Zins- und Handelsergebnis anfielen. In der Kernbank stieg der Provisionsüberschuss gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 112 Mio € auf 151 Mio €.

Hierzu trugen besonders Zuwächse im Kredit- und Konsortialgeschäft sowie im Zahlungsverkehr bei. Das Handelsergebnis in Höhe von -375 Mio € (i.V. +137 Mio €) reflektiert vor allem Marktwertverluste bei Staatsanleihen und vergleichbaren Aktiva (-318 Mio €, i.V. +147 Mio €) in den ersten vier Monaten des Jahres, die in die EAA übertragen wurden. Dagegen profitiert die WestLB nicht mehr von Wertaufholungen bei diesen Aktiva. Entlastet wurde das Handelsergebnis durch IAS 39-bedingte Bewertungsinkongruenzen in Höhe von 154 Mio € (i.V. -78 Mio €) und durch die Bewertung eigener Passiva (33 Mio €, i.V. -122 Mio €). Das Finanzanlageergebnis in Höhe von -59 Mio € (i.V. 52 Mio €) ist vor allem durch die Auflösung der negativen Neubewertungsrücklage aus transferierten Beständen (-92 Mio €) geprägt.

Kosten weiter reduziert

Konsequent reduziert die WestLB weiter ihre Kosten: Der Verwaltungsaufwand verringerte sich um 10% auf 780 Mio €. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank gegenüber dem Jahresende 2009 um 231 und lag Ende September bei 4.740.

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen (141 Mio €, i.V. -33 Mio €) war vor allem auf EAA-Transfereffekte zurückzuführen. Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 40 Mio € fielen insbesondere für die Erfüllung von Auflagen der Europäischen Kommission an.

Segmentergebnisse: Positive Entwicklung bei Firmenkunden und im Verbund- und Mittelstandsgeschäft

Das Vorsteuerergebnis im Segment Firmenkunden und Strukturierte Finanzierungen stieg um 48% auf 267 Mio € (i.V. 181 Mio €) und zeigt besonders deutlich, wie stark die Bank im Kundengeschäft verankert ist. Im Kapitalmarktgeschäft lag das Segmentergebnis bei 62 Mio € vor Steuern und damit im Plan, nachdem es im Vorjahreszeitraum (488 Mio €) noch von den sehr günstigen Geldmarktbedingungen profitiert hatte. Das Ergebnis reflektiert die konsequente Kundenfokussierung im Kapitalmarktgeschäft und das deutlich reduzierte Marktrisiko der Bank. Das Segment Verbund & Mittelstand verbesserte sein Vorsteuerergebnis auf 17 Mio € (i.V. 4 Mio €), im Transaction Banking betrug es -6 Mio € (i.V. -3 Mio €). Für die Kernbank errechnet sich somit ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 255 Mio € (i.V. 279 Mio €). Das Segment PEG/Entflechtung, in dem die Ergebnisse aus den in die EAA transferierten Portfolios sowie der zu veräußernden Beteiligungen erfasst werden, belastete das Vorsteuerergebnis mit -288 Mio € (i.V. -17 Mio €).

Kapitalquoten und Risikoprofil verbessert

Mit der Auslagerung von Risikopositionen und nicht strategienotwendigen Aktiva in die EAA im Volumen von insgesamt nominal rund 77 Mrd € hatte die WestLB bereits im zweiten Quartal ihr Risikoprofil und ihre Kapitalquoten deutlich verbessert. Bis Ende September erzielte die Bank weitere Fortschritte: Die Kernkapitalquote legte auf 10,7% zu (6,4% Ende 2009), die Eigenmittelquote auf 15,4% (9,1% Ende 2009). Die Risikoaktiva verringerten sich erheblich auf 50,3 Mrd € (31.12.2009: 83,0 Mrd €) und lagen damit bereits unter dem Zielwert der Europäischen Kommission für Ende März 2011. Die Bilanzsumme belief sich am Stichtag auf 220,2 Mrd € (31.12.2009: 242,3 Mrd €). Der relevante Wert für die Auflage der Kommission (d.h. ohne positive Marktwerte aus derivativen Finanz- und Sicherungsinstrumenten) betrug 154 Mrd €. Das Zwischenziel von 187 Mrd € per 31.3.2010 wurde damit bereits deutlich unterschritten. Die WestLB ist daher zuversichtlich, den nächsten Zielwert von 125 Mrd € zum 31.3.2011 zu erreichen.

WestLB setzt Restrukturierung fort

Die Bank setzt ihren Weg der Redimensionierung fort und erfüllt gleichzeitig die Auflagen der Europäischen Kommission: im dritten Quartal verkaufte sie die ausländischen Tochtergesellschaften Banque d’Orsay und WestLB International und schloss mit Dubai einen weiteren Auslandsstandort. Anfang November kündigte die Europäische Kommission an, die Beihilfeprüfung für die bereits im April umgesetzte EAA-Transaktion zu vertiefen. Die Mitte November mit der Kommission erzielte Verständigung sieht vor, bis zum 15. Februar 2011 im konstruktiven Dialog das Zukunftskonzept für die Bank auf Basis eines überarbeiteten Umstrukturierungsplans fortzuentwickeln.

Die WestLB rüstet sich weiter für die notwendige Konsolidierung im Landesbankensektor und den anstehenden Eigentümerwechsel. Auch nach dem frühzeitigen Abbruch der Sondierungsgespräche mit der BayernLB steht die Konsolidierung auf der Tagesordnung. Vorstandschef Dietrich Voigtländer: „Der Weg zur Bündelung der Kräfte ist lang und steinig. Aber er ist betriebswirtschaftlich zwingend. Wir sind unverändert bereit, hier die notwendigen Schritte zu gehen. Die Verständigung mit Brüssel sowie die durch Basel III verschärften Eigenkapitalvorschriften haben allen Beteiligten noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass die Zeit reif ist für nachhaltige Anpassungen – nicht nur bei der WestLB.“

 

Anlagen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 30. September 2010
Konzernbilanz zum 30. September 2010

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