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Chronologie der WestLB

Von der Hülfskasse 1832 zur WestLB AG

Die Gründungsjahre

1832 (5. Januar) Die Westfälische Provinzial-Hülfskasse nimmt in Münster ihre Geschäftstätigkeit auf. Dieses vom Landtag der Provinz Westfalen verwaltete, gemeinnützige Kreditinstitut ist der älteste Vorgänger der späteren Landesbank für Westfalen (Girozentrale), die 1969 mit ihrem rheinischen Gegenpart zur Westdeutschen Landesbank verschmolzen wird.

1853 (14. März) Gründung der Rheinischen Provinzial-Hülfskasse in Köln. Wie in Westfalen unterstützt diese Institution die wirtschaftliche Entwicklung der Provinz zu einem modernen Industriestaat.

1888 Durch Satzungsänderung wird die Provinzial-Hülfskasse zur öffentlich-rechtlichen Landesbank der Rheinprovinz und verlagert ihren Sitz nach Düsseldorf.

1890 Auch in Westfalen wird die Hülfskasse zur Landesbank der Provinz Westfalen umgewandelt.

1908 Die Landesbanken beginnen den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu fördern und übernehmen für die Sparkassen ihrer Provinzen die Funktionen einer Girozentrale.

1914-1918 Im Ersten Weltkrieg wird vor allem durch Zeichnung von Kriegsanleihen das Wertpapiergeschäft der Landesbanken ausgeweitet. Gegen Kriegsende kündigt sich bereits die Nachkriegsinflation an: Im Oktober 1918 geben die Landesbanken erstmals Notgeld aus.

1919 Um im besetzten linksrheinischen Gebiet präsent zu sein, gründet die Landesbank der Rheinprovinz eine Filiale in Köln.
1922 entsteht eine weitere Filiale in Aachen durch Übernahme des von David Hansemann gegründeten „Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit“.

1924 Engere Verbindung zu den Sparkassen: Beide Landesbanken treten in den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ein und werden in das Spargironetz des Deutschen Reiches einbezogen.

1931 In der Wirtschaftskrise erklären die rheinische und die westfälische Landesbank ihre Zahlungsunfähigkeit. In beiden Instituten übernehmen Staatskommissare die Leitung mit dem Ziel der finanziellen Sanierung. In Westfalen wird auf Betreiben der Sparkassen das Girozentralgeschäft provisorisch auf die Provinzial-Hauptkasse Münster Abteilung B, Girozentrale Westfalen übertragen. Im Rheinland ging die Girozentralfunktion zunächst auf eine in Köln errichtete Zweigstelle der Deutschen Girozentrale über.

1935 Krisenbewältigung und Reorganisation der Kreditinstitute: Zu den Provinzial-Verbänden treten als weitere Kapitaleigner und Gewährträger die Sparkassen- und Giroverbände der jeweiligen Provinz. Im Rheinland wird die ehemalige Landesbank zur Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank umgewandelt. In Westfalen entsteht neben der früheren Landesbank die Landesbank und Sparkassenzentrale für Westfalen (Girozentrale), in der auch das Provisorium der Provinzial-Hauptkasse Münster Abteilung B aufgeht.

1943 In Westfalen werden die in Folge der Wirtschaftkrise getrennten Funktionen wieder in einem Bankinstitut zusammengefasst: Die Landesbank für Westfalen (Girozentrale) übernimmt die Aufgaben der Landesbank, der Sparkassenzentrale und des Westfälischen Pfandbriefamtes.

1946 Die Bankenaufsicht für beide Institute geht auf den Finanzminister des neuen Landes Nordrhein-Westfalen über.

1948 Die Landesbanken begleiten die Währungsreform und unterstützen die Bewohner Nordrhein-Westfalens beim Wiederaufbau.

1954/1955 Das Land NRW übernimmt in beiden Landesbanken die Funktion als Kapitaleigner und Gewährträger.

1969 Gründung der Westdeutschen Landesbank Girozentrale (WestLB) mit Sitz in Düsseldorf und Münster. In ihr sind die Rheinische Girozentrale und Provinzialbank und die Landesbank für Westfalen (Girozentrale) verschmolzen. Mit einer Bilanzsumme von rund 28,7 Mrd. DM zählt das neue Kreditinstitut zu den größten in der deutschen Bankenlandschaft. Dr. Ludwig Poullain wird erster Vorstandsvorsitzender.

Die 70er Jahre

1972 Anfänge der internationalen Expansion der WestLB
Die Ausweitung des internationalen Geschäfts führt auch zu Einrichtung von Büros, Repräsentanzen und Niederlassungen im Ausland. WestLB International S.A. (Luxemburg) ist die erste ausländische Tochtergesellschaft. Sie soll den deutschen Kunden der Bank und den nordrhein-westfälischen Sparkassen den Zugang zum europäischen Markt eröffnen.

1973 Eröffnung der Niederlassung in London
Am 1. April eröffnet die WestLB eine Niederlassung in London. Die WestLB ist damit das zweite deutsche Geldinstitut, das am Bankplatz London vertreten ist.

Die 80er Jahre

1981 Friedel Neuber neuer Vorstandsvorsitzender
Friedel Neuber wird neuer Vorstandsvorsitzender und Nachfolger von Dr. Johannes Völling, der seit 1978 im Amt war und Dr. h.c. Ludwig Poullain nachfolgte.

1986 13 Auslandsstandorte
Die WestLB ist an 13 ausländischen Standorten vertreten: London, Luxemburg, Paris, Zürich, Moskau, New York, Rio de Janeiro, Toronto, Hongkong, Tokio, Peking, Melbourne und Beirut.

1988 Eröffnung des Handelsraums in Düsseldorf
Der neue Wertpapierhandelsraum wird in Düsseldorf eingerichtet. Er galt damals als der größte Handelsraum in Deutschland.

1989 Kooperation mit Standard Chartered Bank
Im Dezember erfolgt ein Kooperationsabkommen mit der britischen Standard Chartered Bank, London. Das Abkommen umfasst die Übernahme des europäischen Stützpunktnetzes der Standard Chartered Bank, die Bildung einer gemeinsamen Merchant Bank sowie die gegenseitige Nutzung der weltweiten Betriebsstellen der Partner. Die WestLB ist somit in zwölf statt bisher fünf europäischen Ländern vertreten, und WestLB-Kunden können weltweit auf 700 Standard Chartered-Filialen zurückgreifen.

Die 90er Jahre

1990 Eröffnung einer Repräsentanz in Ostberlin
Der Ausbau der Aktivitäten in Ostdeutschland wird nach der Öffnung der Mauer vorangetrieben. Die WestLB ist eine der ersten Banken, die in Ostberlin eine Repräsentanz eröffnet. Sie betreut zudem die Sparkassen im Land Brandenburg. Zwei Jahre später wird sie deren Verbundpartner.

1992 Eingliederung der Wohnungsbauförderungsanstalt (Wfa) Nordrhein-Westfalen in die WestLB
Mit Wirkung zum 1. Januar 1992 bringt das Land Nordrhein-Westfalen die Wohnungsbauförderungsanstalt Nordrhein-Westfalen (Wfa) als Sacheinlage in die WestLB ein. Die Anerkennung des Wfa-Vermögens als solvabilitätsmäßiges Eigenkapital wird dabei ausdrücklich vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (heute: Bundesamt für Finanzdienstleitungsaufsicht, BaFin) und der für Banken zuständigen Generaldirektion der EU-Kommission bestätigt.

1993 Beteiligung an der Landesbank Rheinland-Pfalz
WestLB (37,5%) und damalige SüdwestLB, die heutige LBBW, (12,5%) beteiligen sich an der Landesbank Rheinland-Pfalz. 2005 veräußert die WestLB ihren Anteil an die LBBW.

1994 Beteiligung an der Landesbank Schleswig-Holstein
Zum 1. Januar beteiligt sich WestLB mit 39,9% an der Landesbank Schleswig-Holstein (LB Kiel). Nach Fusion der LB Kiel mit der Hamburgischen Landesbank im Jahre 2003 zur HSH Nordbank AG hält die WestLB an dem neuen Institut einen Anteil von rund 26,9%.
Im Oktober 2006 verkauft die Bank ihre HSH-Beteiligung an einen Investorenkreis um J.C.Flowers.

1995 Gründung der WPS WertpapierService Bank AG
Neben WestLB-Systems wird im gleichen Jahr eine weitere IT-Tochtergesellschaft gegründet: WPS WertpapierService Bank AG (WPS Bank). Die WPS Bank betreibt System- und Prozessleistungen im Wertpapierservice für Sparkassen, Banken und Onlinebroker für über 160 Institute.
Anfang 2003 wird sie an die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände RSGV und WLSGV veräußert.

Gründung der Westdeutschen ImmobilienBank
Zum 1. Januar wird die Westdeutsche ImmobilienBank von der WestLB, der ehemaligen SüdwestLB (heutige LBBW) und der Landesbank Rheinland-Pfalz in Mainz gegründet. Die WestLB ist mit 50%, SüdwestLB und Landesbank Rheinland-Pfalz sind mit je 25% beteiligt. Im Jahre 2003 erwirbt die WestLB sämtliche Anteile.

Beschwerde des Bundesverbands der privaten Banken zur Wfa
Der Bundesverband der privaten Banken reicht bei der EU-Kommission Beschwerde gegen die Höhe der Vergütung für das vom Land NRW in die WestLB eingebrachte Wfa-Kapital ein (siehe auch unter 1992).

1996 Übernahme des Aktienbrokers Panmure Gordon Co Ltd.
Im März erwirbt die WestLB über die West Merchant Bank Holdings Ltd. den Londoner Aktienbroker Panmure Gordon Co Ltd. 2004 verkauft die WestLB ihre Panmure-Aktivitäten an die Investmentbank Lazard.

1999 EU-Entscheidung: Wfa-Beihilfeverfahren und Klage der WestLB
Im Juli fällt die Entscheidung der EU-Kommission zum Wfa-Verfahren: Bei der Wfa-Einbringung handele es sich um eine unerlaubte Beihilfe. Nach den Berechnungen der Kommission sei eine Rendite von 12 % nach Steuern, das heißt 23,7 % vor Steuern, angemessen. Gegen die Kommissionsentscheidung reichen im Oktober die WestLB, das Land Nordrhein-Westfalen sowie die Bundesregierung Klagen bei den europäischen Gerichten ein (siehe auch unter 1992 und 1994).

2001

Vereinbarung zur Anstaltslast und Gewährträgerhaftung
Am 17. Juli erzielen Bundesregierung und EU-Kommission eine Vereinbarung über den Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung für den öffentlich-rechtlichen Bankensektor. Die Übergangsfrist läuft bis zum 18. Juli 2005.

Jürgen Sengera neuer Vorstandsvorsitzender
Am 31. August 2001 geht Dr. h.c. Friedel Neuber in den Ruhestand. Jürgen Sengera wird mit Wirkung zum 1. September neuer Vorstandsvorsitzender der WestLB.

Das Mutter-Tochter-Modell
Am 13. Dezember stimmt die Gewährträgerversammlung der Neustrukturierung der Bank nach dem so genannten Mutter-Tochter-Modell zu. Danach wird das öffentliche Auftragsgeschäft abgespalten und in die neu zu gründende Landesbank NRW eingebracht. Das Wettbewerbsgeschäft wird in deren 100%iger Tochtergesellschaft WestLB AG, die Nachfolgegesellschaft der Westdeutschen Landesbank Girozentrale (WestLB), gebündelt.

2002

Aufspaltung der Westdeutschen Landesbank in WestLB AG und NRW.BANK
Zum 1. August wird das öffentliche Auftragsgeschäft (INVESTITIONS-BANK NRW, Wohnungsbauförderungsanstalt Nordrhein-Westfalen, das Öffentliche Pfandbriefgeschäft sowie im öffentlichen Auftrag gehaltene Beteiligungen) von der WestLB abgespalten und in die neu gegründete Landesbank NRW (heute NRW.BANK) eingebracht. Eigentümer der Landesbank NRW sind die Anteilseigner der Westdeutschen Landesbank Girozentrale (WestLB) entsprechend ihren Anteilen an der WestLB.
Ebenfalls abgespalten wird das Bauspargeschäft, das die LBS Westdeutsche Landesbausparkasse als selbstständige öffentlich-rechtliche Gesellschaft betreibt. Neue Eigentümer werden die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände.
Das Wettbewerbsgeschäft wird in der privatrechtlichen WestLB AG gebündelt, die sich am 30. August mit dem Eintrag ins Handelsregister als 100%ige Tochtergesellschaft der Landesbank NRW konstituiert (siehe auch unter 2001).

Kapitalerhöhung
Im Dezember beschließt die Hauptversammlung der WestLB AG eine Kapitalerhöhung von 1,25 Mrd Euro.

2003

Aufhebung des Wfa-Hauptsacheverfahrens
Anfang März hebt das Europäische Gericht im Wfa-Hauptsacheverfahren die Entscheidung der EU-Kommission vom Juli 1999 wegen nicht ausreichender Begründung auf (siehe auch unter 1992, 1994, 1999).

Übernahme der LBBW und LRP Anteile an der Westdeutschen ImmobilienBank
Die WestLB übernimmt die Anteile der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) an der Westdeutschen ImmobilienBank in Höhe von jeweils 25%. Mit der Übernahme aller Anteile wird eine einheitliche Steuerung der Immobilienaktivitäten im WestLB-Konzern gewährleistet.

Annahme der Equator Principles
Zusammen mit drei weiteren Banken und der International Finance Corporation (IFC) entwickelte die WestLB die Equator Principles. Mit der Annahme der Equator Principles verpflichtet sich die Bank, Kredite nur für solche Projekte bereitzustellen, deren Träger die darin festgelegten Umwelt- und Sozialstandards berücksichtigen.

Dr. Johannes Ringel neuer Vorstandsvorsitzender
Am 2. Juli bestellt der Aufsichtsrat nach dem Rücktritt von Jürgen Sengera einstimmig Dr. Johannes Ringel zum neuen Vorstandsvorsitzenden: Dr. Ringel wird sein Amt so lange ausüben, bis der Aufsichtsrat einen langfristigen Nachfolger bestimmt.

2004

Dr. Thomas R. Fischer tritt mit Beginn des Jahres sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Bank an. Ende Juli untermauern die beiden Sparkassenverbände in Nordrhein-Westfalen und die WestLB AG ihre enge Zusammenarbeit durch die Einrichtung von zwei Reservefonds. Aus den Mitteln der beiden Fonds sollen die Mitgliedsparkassen oder die WestLB unterstützt werden, falls sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Einigung im Wfa-Beihilfeverfahren
Im September einigen sich Bundesregierung, die beteiligten Länder, der Bundesverband deutscher Banken und der EU-Kommissar Mario Monti auf eine Lösung in dem anhängigen Beihilfeverfahren zu der Einbringung von Fördervermögen in Landesbanken. Auf Basis dieser Einigung entscheidet die Kommission im Oktober, dass die WestLB 979 Mio € plus Zinsen (insgesamt rund 1,4 Mrd €) im Wfa-Verfahren an das Land Nordrhein-Westfalen zu zahlen hat (siehe auch unter 1992, 1994, 1999 und 2003).

Kapitalerhöhung und neue Aktionärsstruktur
Mit Wirkung zum 20. Oktober 2004 ist die Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 1,5 Mrd € bei der WestLB AG abgeschlossen. Damit ist die neue Aktionärsstruktur wirksam: Die beiden Sparkassenverbände, Rheinischer Sparkassen- und Giroverband (RSGV) sowie Westfälisch-Lippischer Sparkassen- und Giroverband (WLSGV), halten nunmehr je 30,625 % der Anteile, die NRW.BANK ist mit 38,75 % beteiligt. Eigentümer der NRW.BANK sind das Land Nordrhein-Westfalen mit rund 64,7 % sowie die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe mit jeweils rund 17,6 %.

2005

Abschluss des Wfa-Beihilfeverfahrens
Im Januar wird das Wfa-Beihilfeverfahren mit der Zahlung von über 1,4 Mrd € an das Land Nordrhein-Westfalen abgeschlossen (siehe auch unter 1992, 1994, 1999, 2003, 2004).

Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung
Mit dem 19. Juli 2005 beginnt für die Sparkassen und Landesbanken in Deutschland eine neue Ära: der Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung.

Kapitalerhöhung
Die von der Hauptversammlung am 23. August 2005 beschlossene Kapitalerhöhung von 959 Mio EUR wird mit der Eintragung in die Handelsregister von Düsseldorf und Münster am 21. November wirksam. Die Kapitaleinlage wird vollständig vom Land NRW gezeichnet, wodurch sich dessen direkt gehaltener Anteil an der WestLB auf rund 16,7 % erhöhte. Einschließlich der indirekt über die NRW.BANK gehaltenen Anteile beläuft sich die Beteiligung des Landes auf rund 37,4 %. Die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände verfügen mit je rund 25,5 % zusammengerechnet über die Mehrheit an der WestLB.

2006

Übernahme der abc Privatkunden-Bank (heute readybank ag) und Kooperation mit PAYBACK
Im März vereinbart die WestLB eine Partnerschaft mit dem Kundenbindungsprogramm PAYBACK, die Anfang 2007 an den Start geht. Als zentrale Plattform dient die readybank ag.

Gründung der WestLB Mellon Asset Management KAG
Am 1. April geht die WestLB Mellon Asset Management (WMAM), das Joint Venture der WestLB AG und der Mellon Financial Corporation an den Start. WMAM ist ein weltweit operierender Finanzdienstleister im Bereich der Vermögensverwaltung für institutionelle und Retail-Kunden.

2007

Die WestLB stellt im April den Eigenhandel in Spread-Geschäften mit Vorzugs und Stammaktien ein. In diesem Segment haben sich durch starke Kursbewegungen aufgrund eines Übernahmeangebots sowie durch die Verletzung von internen Handelslimiten empfindliche Verluste für die Bank ergaben.

Gleichzeitig hat die internationale Finanzmarktkrise, die durch US-amerikanische Immobilienkredite an vermögens- und einkommensschwache Kreditnehmer ( sog. Subprime-Kredite), ausgelöst wurde, die WestLB in die wohl schwierigste Situation ihrer Geschichte gebracht. Alexander Stuhlmann wird am 26. Juli vom Aufsichtsrat einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden der WestLB bestellt.

2008

Im Februar beschließen die Eigentümer der WestLB eine umfangreiche Risikoabschirmung. Ein Portfolio strukturierter Wertpapiere mit einem Gesamtvolumen von rund 23 Mrd. Euro wird in eine Zweckgesellschaft ausgegliedert. Die Eigentümer übernehmen hierbei Ausfallgarantien von bis zu 5 Mrd Euro für die so gebündelten Papiere. Ergebnis: Die Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung unterliegen nicht länger den Kursschwankungen des Portfolios. Am 1. Mai tritt Heinz Hilgert sein neues Amt als Vorstandsvorsitzender der WestLB an.

2009

Die EU-Kommission billigt im Mai den Risikoschirm für die WestLB.
Die WestLB erhält somit die notwendige Planungs- und Rechtssicherheit um die Restrukturierung der Bank weiter voran zu treiben. Allerdings muss die WestLB ihre Bilanzsumme und Risikoaktiva um jeweils 50 % reduzieren, im In- und Ausland Niederlassungen schließen sowie Beteiligungen verkaufen.

Im September wird Dietrich Voigtländer zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Zuvor war Heinz Hilgert zurückgetreten

Ende 2009 schließt die WestLB ihre Standorte Münster, Bielefeld und Dortmund als Folge der EU-Auflagen; Köln folgt Mitte 2010. Zu den geschlossenen Standorten zählt auch der zweite Hauptsitz in Münster, mit dem 1832 die Geschichte der WestLB begann.

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